Page 28 - DRW Gemeinsam - 10/2021
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Nachrichten
„Ich bin begeistert von
unserer neuen Werkstatt“
Die Werkstatt für behinderte Menschen des
Dominikus-Ringeisen-Werks in Meitingen
wurde jetzt gesegnet. Bauherren und Markt-
gemeinde sind voll des Lobes über die neue
Einrichtung an der Raiffeisenstraße
Seit dem 1. April dieses Jahres ist die neue Werkstatt für
behinderte Menschen (WfbM) des Dominikus-Ringeisen-
Werks in Meitingen in Betrieb. Jetzt hat sie auch den Segen
Gottes für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und deren
Tun erhalten. Die lichtdurchfluteten, großzügigen Werkräu- gewesen seien, geleistet worden sei. Die WfbM ist für ihn
me und Büros sowie die einladenden Aufenthaltsbereiche, ein wichtiges Signal, dass nicht immer nur die vermeint-
das moderne Hochregallager und die Be- und Entlade- lich Stärksten ihren Platz finden in der öffentlichen Wahr-
möglichkeiten für den Lieferverkehr wären dabei für sich nehmung. An die DRW-Verantwortlichen gewandt sagte er:
genommen bereits ein guter Grund zum Feiern. Für die „Sie geben den Menschen Würde, denn diese können stolz
Menschen mit Handicap, die hier arbeiten, bedeutet der von ihrer Arbeit hier berichten.“ Region und Gesellschaft
Umzug der WfbM von Kloster Holzen nach Meitingen je- profitierten auf diese Weise sehr von der Einrichtung, so
doch vor allem einen enormen Zugewinn an Selbststän- Higl. Auf die besondere Beziehung des Dominikus-Ringei-
digkeit und Mobilität. Weitere Wohnmöglichkeiten für sie sen-Werks zu Meitingen wies Josef Liebl vom DRW-Vor-
in der Marktgemeinde sollen bald folgen. stand hin. „Meitingen ist in Sachen Inklusion eine vorbild-
liche Gemeinde“, so Liebl. „Hier wird nicht nur über Inklu-
Leben und Arbeit dichter zusammen sion gesprochen. Hier wird Inklusion ganz konkret und
Leben und arbeiten an dem Ort, an dem man sich wohl- glaubhaft gelebt“, spielte er auf die Vielzahl sozialer Ein-
fühlt, an dem man Freunde hat und an dem man die Frei- richtungen in der Marktgemeinde sowie auf das Modell-
zeit verbringt: Diesen selbstverständlichen Wunsch haben projekt des Inklusionsbüros an, das in gutem Austausch
auch viele Menschen mit Behinderung. In Meitingen ist mit mit dem DRW stehe.
der neuen WfbM für viele Beschäftigte dieser Traum wahr
geworden. Hier arbeiten 60 Menschen mit unterschiedli- Dank an alle
chen Einschränkungen. Einige von ihnen wohnten bereits in Über eine unfallfreie Bauzeit freute sich der Geschäftsfüh-
einer der betreuten Wohngruppen in Meitingen. Zur Arbeit rer der kirchlichen Investorengemeinschaft SobaInvest
ging es aber täglich hinaus mit dem Sammelbus ins zehn Karl-Heinz Rogg. Die SobaInvest vermietet das Gebäude
Kilometer entfernte Kloster Holzen. Jetzt liegt die neue langfristig an das DRW. Gefördert wird die WfbM vom bay-
WfbM an der Raiffeisenstraße in unmittelbarer Nähe des erischen Sozialministerium, der Bundesanstalt für Arbeit
Bahnhofs und ist deshalb sehr gut an den ÖPNV ange- und dem Bezirk Schwaben in Form von Mietkostenzu-
schlossen. „Das ist ein weiterer wichtiger Schritt in Rich- schüssen und Zuschüssen für die Ausstattung. 2015 wur-
tung Inklusion“, sagte der Leiter der DRW-Region Augsburg- den die ersten Pläne geschmiedet, 2019 mit dem Bau be-
Nord Arnold Pfeiffer. „Wir planen, weitere Wohnmöglichkei- gonnen. Auch wenn der geplante Einzugstermin ein gutes
ten für Menschen mit Beeinträchtigungen in der Stadt an- halbes Jahr nach hinten geschoben werden musste und
zubieten, so dass für noch mehr Werkstattbeschäftigte Le- trotz Baukostensteigerungen, so Rogg, sei er zuversichtlich,
bens- und Arbeitsfeld enger zusammenrücken.“ die veranschlagte Bausumme von ca. 3,4 Millionen Euro
einhalten zu können. Der Leiter der WfbM, Bernhard Chri-
Der Bürgermeister ist begeistert
sti, bedankte sich bei allen Gewerken, die ihren Beitrag
Begeistert vom Neubau zeigte sich Dr. Michael Higl, der zum Bau geleistet hatten, angefangen vom MAP Architek-
Bürgermeister des Marktes Meitingen, bei seiner Anspra- turbüro München und dem DRW-Projektsteurer Sven
che bei der Segnungsfeier, die vom Jugendblasorchester Schneider über die Handwerker der Region bis zum Bau-
Lützelburg feierlich musikalisch begleitet wurde. Er äußer- betrieb, der Schreinerei und der Malerei des Dominikus-
te seinen tiefen Respekt davor, was in den vergangenen Ringeisen-Werks. „Ich bin begeistert von unserer neuen
Monaten, die durch die Corona-Einschränkungen geprägt Werkstatt“, so Christi.
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